31. Oktober 2021 Buchvorstellung Gustav Flohr. Noch ein Partisan!

Ein Remscheider Kommunist, Klempner, Spanienkämpfer und Bürgermeister

Information

Veranstaltungsort

Gedenkstätte Esterwegen
Hinterm Busch 1
26897 Esterwegen

Zeit

31.10.2021, 15:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Neonazismus / Rassismus

Zugeordnete Dateien

Eine Vorstellung des Buches „Gustav Flohr. Noch ein Partisan! Ein Remscheider Kommunist, Klempner, Spanienkämpfer und Bürgermeister“ von Autor und Editor Prof. Jörg Becker mit Musik und Angehörigen.

Der Remscheider Gustav Flohr (1895-1965) war Unteroffizier, Kommunist, Putschist im Kapp-Putsch, Mitglied im Reichstag 1932 und Mitglied der Reichsführung der Roten Hilfe, Offizier im Spanischen Bürgerkrieg, Bataillonskommandant bei der frz. Résistance und 1945/1946 Bürgermeister und Oberbürgermeister von Remscheid.

Schon Mitte März 1933 wurde Flohr in Düsseldorf verhaftet und war dort bis zum 9. April in „Schutzhaft“. Von März 1933 bis zum 19. Februar 1935 saß Flohr an den folgenden Haftorten ein: Gefängnis „Ulmer Höh“ in Düsseldorf, KZ Brauweiler, Gefängnis „Ulmer Höh“ in Düsseldorf, KZ Börgermoor, KZ Brandenburg/Havel, KZ Lichtenburg, Zentralgefängnis Halle, KZ Lichtenburg, Gerichtsgefängnis Düsseldorf-Derendorf, Gefängnis Wuppertal-Bendahl und Amtsgerichtsgefängnis Wuppertal-Barmen.

Seine Zeit im KZ-Börgermoor im Emsland war für ihn prägend. Dort nahm er einen prominenten Platz in der Baracke 10 ein. „Ich kam in die Baracke 10. Diese Baracke wurde die der Verbrecher genannt. Hier in der Baracke 10 spielte sich auch die politische Initiative ab, die von uns aus im Lager ausgeübt wurde.“ In dieser überaus politischen Baracke lebten neben Gustav Flohr u. a. Karl Schabrod und Rudi Goguel. Der kommunistische Politiker Karl Schabrod (1900-1981) war in der NS-Zeit in verschiedenen Zuchthäusern und von 1947 bis 1950 war er Fraktionsvorsitzender der KPD im Düsseldorfer Landtag. Rudi Goguel (1908-1976) war der Komponist des berühmten Liedes „Die Moorsoldaten“, dessen Uraufführung im KZ Börgermoor von ehemaligen Mitgliedern des Solinger Arbeitergesangvereins vorgenommen wurde. Außer Gustav Flohr saßen im KZ Börgermoor viele Remscheider Kommunisten, auch einige Verwandte von ihm. Das Rote Bergische Land mit Wuppertal, Solingen und Remscheid war im KZ Börgermoor „gut“ vertreten. Aus Solingen saßen im KZ Börgermoor u. a. der Künstler Ernst Walsken und Albert Müller, kommunistischer Bürgermeister in Solingen von 1945/46.

Der Biograph von Gustav Flohr – Prof. Jörg Becker – wird sein Buch über diese interessante Persönlichkeit vorstellen im Beisein von Nachfahren von Weggefährten Flohrs bzw. von ehemaligen Häftlingen und Strafgefangenen der Konzentrations- und Strafgefangenenlager im Emsland. Nach der Vorstellung schließt sich eine Diskussionsrunde mit dem Publikum an. Die Veranstaltung wird musikalisch durch eine Präsentation des „Moorsoldatenliedes“ umrahmt.

Programm und Gäste

Moderation: Ernst Martin Walsken (Duisburg) (Der Vater Ernst Walsken war Gefangener der Strafgefangenenlager Esterwegen und Aschendorfermoor)

Ehrengäste:
• Drei Enkel von Gustav Flohr:
• Regina Triesch (Remscheid)
• Susanne Bollmann (Remscheid)
• Joachim Müller (Remscheid)
• Enkelin von Albert Müller, kommunistischer Oberbürgermeister von Solingen 1945/46 und Häftling des KZ Börgermoor
• Martina Bötig (Wesseling)
• Sohn von Rudi Goguel, Häftling des KZ Börgermoor und Komponist des Liedes „Die Moorsoldaten“
• Thomas Goguel (Berlin)

Musikalische Begleitung
• Gitarre und Gesang: „Die Moorsoldaten“ von Rudi Goguel, Strophen 1 bis 9
• PD Dr. Johannes M. Becker (Marburg)
• PD Dr. Anne Maximiliane Jäger-Gogoll (Marburg) 

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen

Telefon: (0511) 2790934