17. April 2019 Diskussion/Vortrag Wie wollen wir arbeiten? Wie werden wir arbeiten?

Vortrag und Diskussion mit Ingrid Artus

Information

Veranstaltungsort

Restaurant Anatolian Lehmofen
Angerstraße 8
37073 Göttingen

Zeit

17.04.2019, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Arbeit / Gewerkschaften, Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Kapitalismusanalyse, Bildungspolitik, Digitaler Wandel, Marx 200

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Wie wollen wir arbeiten? Wie werden wir arbeiten?

Zwischen Museumsvitrine und Ramschtisch wurden die offiziellen Feierlichkeiten zum 200sten Geburtstag von Karl Marx abgewickelt. Erledigt ist die Angelegenheit damit nicht. „Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt“, schrieb er in einer Zeit, als Wandel unmöglich schien. Entsprechend taugt seine radikalen Kapitalismuskritik weder als Bedienungsanleitung noch als Museumsführer, er selbst nicht zur Ikone mit Rauschebart. Wir müssen der „Melodie“ der Verhältnisse unserer eigenen Zeit schon selbst auf die Spur kommen. Verhältnisse, in denen scheinbar Unverrückbares ins Wanken gerät: das politische Gefüge, mühsam errungene soziale und demokratische Rechte, das Gleichgewicht der Natur, elementarste humanitäre Standards. Eine kritische Durchsicht des „Werkzeugkoffers“ Marxscher Kritik mag dabei helfen.

Wie wollen wir arbeiten? Unter dem Stichwort Digitalisierung wird die Zukunft der Arbeit diskutiert, manchmal wird eine totale Kontrolle der Arbeitenden, manchmal eine enorme Erleichterung von vormals schweren und belastenden Tätigkeiten beschworen. Unter dem Stichwort Prekarisierung wird diskutiert, wie sich Erwerbsarbeit unter den Bedingungen unsicherer Beschäftigungsverhältnisse und von Löhnen verändert, die keine Existenzsicherung erlauben. Kann man diese neuen Konturen der Arbeitswelt heute noch mit Marx'schen Begiffen zeichnen? Welche Rolle spielen dabei Arbeiter*innenbewegungen und soziale Bewegungen, wo ist Eingreifen möglich und notwendig? Und wie verändern sich Geschlechter- und Sorgeverhältnisse, wenn die Konturen der Arbeitswelt neu gezeichnet werden?

Ingrid Artus lehrt an der Universität Nürnberg-Erlangen und hat sich als Aktivistin wie auch als Soziologin mit diesen Fragen befasst.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen

Telefon: (0511) 2790934