18. Februar 2018 Workshop Minderheiten unter Druck

Information

Veranstaltungsort

Gedenkstätte Hannover-Ahlem
Heisterbergallee 8
30455 Hannover

Zeit

18.02.2018, 12:00 - 17:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe

Zugeordnete Dateien

Menschenfeindliche Einstellungen Gestern und Heute – am Beispiel der historischen Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und der aktuellen Situation geflüchteter Roma in Deutschland. Im Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit der Geschichte und Gegenwart, mit Kontinuitäten und Wandlungen des Rassismus gegen Sinti und Roma auseinander. Angesichts der fortgesetzten Ausgrenzung und Stigmatisierung in der deutschen Nachkriegsgeschichte stellt sich auch im Kontext heutiger Fluchtbewegungen von Roma aus Südosteuropa die Frage nach einer historischen Verantwortung Deutschlands.
Hier möchte der Workshop der Gedenkstätte Ahlem in Kooperation mit dem Roma Antidiscrimination Network Denkanstöße geben und die Teilnehmenden für prekäre Lebenssituationen von Menschen aus Minderheitengruppen sensibilisieren. Gezeigt wird zudem der Film „The Awakening“ des Regisseurs Kenan Emini.

Die Teilnahme ist kostenlos, die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt. Voranmeldung unter gedenkstaette@region-hannover.de oder Tel. +49 (0) 511 – 616-23745

Eine Veranstaltung aus der Reihe „75 Jahre Auschwitz-Erlass – Kontinuitäten des Rassismus gegen Sinti und Roma“

Anlässlich des 75. Jahrestages des sog. Auschwitz-Erlasses, der die reichsweite Deportation von Sinti und Roma in das KZ Auschwitz anordnete, findet die Veranstaltungsreihe "75 Jahre Auschwitz-Erlass – Kontinuitäten des Rassismus gegen Sinti und Roma" in Hannover und Celle statt. Neben der Erinnerung an historisches Unrecht, behandelt diese insbesondere die Kontinuitäten und die Gegenwart des Rassismus gegen Sinti und Roma.
Auch in Niedersachsen begannen Anfang 1943 Verhaftungen und Deportationen in das Vernichtungslager. Die rassistischen Denk- und Handlungsmuster waren jedoch mit Kriegsende 1945 keineswegs aus der Welt. Bis zur politischen Anerkennung des NS-Völkermords in Deutschland vergingen fast 40 Jahre. Dass es 1982 hierzu kam, ist ausschließlich dem lautstarken Protest der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma zu verdanken. Das 2012 eingeweihte Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin steht symbolhaft für diese neue bundesdeutsche Geschichtspolitik.

Doch die neue Politik ist eng mit einer erneuerten Schuldabwehr verknüpft. Diese Dialektik aus Anerkennung und Abwehr zeigt sich aktuell vor allem am Umgang mit geflüchteten Roma aus den Westbalkanstaaten. Denn deren Festlegung als sichere Herkunftsstaaten verdeutlicht eine paradoxe Gleichzeitigkeit, die in der Anerkennung historischer Verfolgung bei gleichzeitiger Ignoranz gegenüber dem Rassismus besteht, vor dem Roma insbesondere aus Südosteuropa fliehen.

Die Veranstaltungsreihe "75 Jahre Auschwitz-Erlass – Kontinuitäten des Rassismus gegen Sinti und Roma" ist ein Kooperationsprojekt der Rosa Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und dem Modellprojekt „Kompetent gegen Antiziganismus (KogA) – in Geschichte und Gegenwart“ der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Zusammenarbeit mit dem AStA Universität Hannover, der Gedenkstätte Ahlem, der Hochschule Hannover, dem Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover, dem Roma Antidiscrimination Network, dem Roma Center Göttingen, Romane Aglonipe e.V., der Volkshochschule Celle und der Volkshochschule Hannover.

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