23. Februar 2018 Diskussion/Vortrag Emanzipation. Befreiung heute - Das emanzipationstheoretische Denken bei und im Anschluss an Marx

Information

Veranstaltungsort

UJZ Korn
Kornstr. 28-30
30669 Hannover

Zeit

23.02.2018, 20:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe

Zugeordnete Dateien

Diskussionsveranstaltung am Freitag, 23.02.2018, 20:00 Uhr
UJZ Kornstraße, Kornstraße 28-30, 30669 Hannover

Tagesseminar am Samstag, 24.02.2018, 10:00 – 18:00 Uhr
Elchkeller, Am Schneiderberg 50, 30669 Hannover

In seinem Vortrag gibt Jan Hoff einen Überblick über das emanzipationstheoretische Denken bei und im Anschluss an Marx, speziell unter Berücksichtigung seiner ab 1857 verfassten Manuskripte zur Kritik der politischen Ökonomie. Dabei vertritt Hoff eine kontroverse These, die quer dazu steht, was viele Marxist_innen und Nichtmarxist_innen über Marx behaupten: Im Zentrum des Marxschen Denkens steht nicht primär eine „gerechtere“ Verteilungsweise des materiellen Reichtums – sondern das emanzipatorische Prinzip einer möglichst weitreichenden individuellen und kollektiv-gesellschaftlichen Autonomie. Die beiden Ebenen des Autonomiebegriffs gilt es herauszuarbeiten. Es ging Marx um die „volle und freie Entwicklung jedes Individuums“, um die Entfaltung einer „freien Individualität“. Der gesellschaftliche Rahmen dieser individuellen Autonomie besteht in einer Gesellschaftsform, in der der materielle Produktionsprozess als Produkt der assoziierten Produzenten „unter deren bewusster planmäßiger Kontrolle“ steht. In der sozialistischen Gesellschaft „bemeistern“ die Menschen den Produktionsprozess, nicht umgekehrt. Marx begab sich auf die Suche danach, welche Voraussetzungen für eine derartige sozialistische Gesellschaft bereits im existierenden Kapitalismus keimhaft angelegt sind. In der Rezeptionsgeschichte der Marxschen Theorie ist die zentrale Rolle der Autonomie lange Zeit übersehen worden. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrten sich Interpretationen, die diesen Kerngehalt des Marxschen Denkens immer klarer herausstellten. Der Schwerpunkt des Tagesseminars wird auf den Überlegungen zu Emanzipation bei Marx liegen. Es werden ausgewählte kurze Textpassagen gemeinsam gelesen und diskutiert.

Jan Hoff kommt aus Süddeutschland und ist  Autor von: Marx global. Zur Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses seit 1965, Berlin 2009 sowie Befreiung heute. Emanzipationstheoretisches Denken und historische Hintergründe, Hamburg 2016.

Anmeldung für das Seminar bitte unter anmeldung@rls-nds.de

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe zu Aspekten Marxscher Kritik der politischen Ökonomie:

Jan Hoff: Emanzipation / 23.-24.02.2018
Valeria Bruschi/Anne Steckner: Reproduktion / 10.-11.03.2018
Anne-Kathrin Krug/Jakob Graf: Krise / 23.-24.03.2018
Moritz Zeiler: Staat / 13.-14.04.2018

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Niedersachsen in Kooperation mit Kritik und Subversion Hannover und AStA Universität Hannover.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen

Telefon: (0511) 2790934