28. Januar 2018 Film Condemned to remember

Deutschlandpremiere

Information

Veranstaltungsort

Scala Programmkino
Apothekenstr. 17
21335 Lüneburg

Zeit

28.01.2018, 11:00 - 13:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte

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Im Rahmen des internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zeigen Geschichtswerkstatt Lüneburg, VVN-BdA,Hansestadt Lüneburg (Kulturamt), Rosa-Luxemburg Stifutng Niedersachsen und SCALA Programmkino den Dokumentarfilm CONDEMNED TO REMEMBER – die Fortsetzung des schon in den Vorjahren gezeigten Films CLOSE TO EVIL. Dazu sind der Protagonist Tomi Reichental (Überlebender des KZ Bergen-Belsen) und der Regisseur Gerry Gregg aus Irland eingeladen, die ihren Film persönlich vorstellen. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Sparkassenstiftung Lüneburg.

Veranstaltung in englischer Sprache.

„Ich bin dazu verdammt, mich an den Terror der Vergangenheit zu erinnern und habe die Verpflichtung, mich der Rückkehr dieses Bösen, das Europa in eine Ödnis verwandelt hat, zu widersetzen.“ Das sind die Worte des Iren Tomi Reichental, Überlebender des Holocaust. Dieser Satz fällt auf der Hauptstraße von Merasice in der Slowakei, 70 Jahre nachdem Tomi Reichental als zehnjähriger Junge um sein Leben fliehen musste. Merasice ist der Ort, der für Tomi Reichental früher Heimat bedeutet hat. Was hier während des Zweiten Weltkriegs geschah, verfolgt ihn sein Leben lang und motiviert ihn heute, für alle diejenigen zu sprechen, die unter Rassismus und Intoleranz leiden. Heute, 70 Jahre nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen, stellen viele Menschen in Europa Fragen, die bislang undenkbar waren. Wird die Zivilgesellschaft in den Ländern, die durch die sogenannte Endlösung dezimiert wurde, erneut durch alte, giftige Vorurteile erniedrigt und verschandelt? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, startet Tomi Reichental seinen Weg „Zur Erinnerung verdammt – Condemned to remember“. Der Film beginnt mit einer ungewöhnlichen Geburtstagsfeier. Zur Feier seines 80. Geburtstages ist Tomi Reichental an einem Sommerabend gegen Ende des heiligen Monats Ramadan Ehrengast in einer abgelegenen Moschee in Dublin. Diese besondere Begebenheit ist der Auslöser für ihn, sich seinen alten Rucksack zu schnappen und sich auf den Weg zu machen. Er will die Not der Leute sehen, die jetzt verfolgt werden, so wie er damals. Für ihn entspringt diese Suche seiner unermüdlichen „Mission des Gedenkens“, seinem Bedürfnis das Gedenken an die Opfer des Holocaust zu ehren und vor jeglicher Selbstzufriedenheit zu warnen, „damit so etwas nie wieder passiert“. „Zur Erinnerung verdammt“ ist eine epische Reise quer durch ein politisch, wirtschaftlich und sozial turbulentes Europa. Aus der Perspektive und mit der Erfahrung eines 80-Jährigen, der „alles gesehen hat, was es zu sehen gab“, entfaltet sich die stürmische Geschichte des heutigen Europas. In Deutschland verfolgt Tomi Reichental die Ermittlungen um die überführte Kriegsverbrecherin Hilde Michnia. Mit Hilfe sympathisierender Deutscher versucht er, die KZ-Aufseherin wegen ihrer Geheimnisse und Lügen über ihre Beteiligung an der Zwangsevakuierung weiblicher Gefangener aus den Arbeitslagern in Polen 1945 zu befragen. In Polen, in Jedwabne, dem Ort der Massenvernichtung von Juden durch ihre polnischen Nachbarn, benennt Tomi die „Krise der Schande“, die eine ehrliche Abrechnung mit dem Vernichtungsprojekt der Nazis verhindert. In der Slowakei, seinem Heimatland, beobachtet Tomi ganz aus der Nähe den Aufstieg der neofaschistischen „Volkspartei unsere Slowakei“. Er versucht, den Anführer der Partei, Marian Kotleba, über die Heldenverehrung von Josef Tiso und der Hlinka-Garde zu befragen. Damals, in den 1940ern, war es das Marionettenregime von Tiso, das die slowakischen Juden in die Arme der Nazis trieb. Tomi hatte sich nicht träumen lassen, dass er die Uniformen der Männer, die seine Welt zerstört haben, auf dieser Parade in Bratislawa wiedersehen würde. 35 Mitglieder aus Tomis Familie kehrten nicht aus der Gefangenschaft zurück. Einige wurden vergast, einige arbeiteten sich ausgehungert zu Tode, einer wurde wegen Partisanentätigkeit hingerichtet. In Bosnien-Herzegowina betet Tomi an einer anderen Stätte der Kriegsverbrechen, der Massenermordung von 8.000 muslimischen Männern und Jungen im Juli 1995 in Srebenica. Dort findet und umarmt er die Überlebenden dieser „ethnischen Säuberung“, die ebenso wie er immer noch auf der Suche sind nach Gerechtigkeit und den Überresten ihrer Lieben. Auf der Reise kreuzt sich Tomis Weg mit dem Strom der Geflüchteten, die quer durch Europa reisen auf der Suche nach Zuflucht in einem Kontinent, der sich im Umbruch befindet. Ihre Not löst bei Tomi Erinnerungen aus an die Tage, an denen er als Junge auf der Flucht vor der Gestapo war. Tomi entdeckt eine starke Verbundenheit mit den verzweifelten Männern und Frauen, die aus der Hölle in Syrien und anderen durch Kriege zerrissenen Regionen der Welt fliehen.

Eintritt 10,- Euro, ermäßigt 5,- Euro


 

Standort