23. November 2017 Lesung/Gespräch Q - Szenische Lesung des Romans von Luther Blissett

Gegen Luther, Papst und Fürsten - Alles gehört Allen!

Information

Veranstaltungsort

Kino Lumière
Geismarlandstraße 19
37083 Göttingen

Zeit

23.11.2017, 20:00 - 22:00 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen

Themenbereiche

Kultur / Medien

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Bearbeitung: Thomas Ebermann und Berthold Brunner. Ensemble: Denis Moschitto, Jörg Pohl, Ruth-Marie Kröger, Matthias Kelle, Sebastian Straub

1517 – 1555: Fast vierzig Jahre ist er, der so oft seinen Namen zu wechseln gezwungen ist, dabei. Keine fromme oder unfromme Ketzerei lässt er aus. Keinen Aufstand gegen die klerikale und fürstliche Macht verpasst er. Als Vertrauter Thomas Müntzers wird dessen Credo – „alles gehört allen“ – auch zu seinem. Die Niederlage im Bauernkrieg (1525) lässt ihn als einen der wenigen Überlebenden zurück. Bei den Wiedertäufern trägt er die Verantwortung zur Verteidigung der Stadt Münster, aus der das neue Jerusalem werden soll. Er feiert mit, bei den ausgelassenen Festen der Siege; er wird Zeuge der Verwandlung revolutionärer Ambitionen in religiösen Wahn, beim Umschlag von Befreiung in Terror; er wandert durch ‚das Europa der gescheiterten Aufstände‘, durch verlorene Schlachten und Niederlagen, die Verzweiflung erzeugen und Resignation nahelegen. Wo immer er involviert ist, ist auch ein Zweiter zugegen. Unerkannt und zunächst nur als eine vage Ahnung. Der Spion der Kurie und Agent der Inquisition, der seine Briefe mit ‚Q‘ unterzeichnet, der dem Kardinal (und späterem Papst) Gianpetro Carafa nicht nur über die papstfeindlichen Machenschaften berichtet, sondern auch einwirkt, vielleicht sogar anwesend ist, vielleicht sogar alle Rebellion ins Unglück lenkt? Diesem Phantom zu begegnen, von Angesicht zu Angesicht, um die Opfer zu rächen, wird zur fixen Idee des Aufrührers……. Krimi und High Noon am Ende des Mittelalters!

Das Werk des linken Kollektivs Luther Blissett, das sich heute Wu Ming nennt, war in Italien „die literarische Sensation der Saison“ (Süddeutsche Zeitung). Es vermittle „eine Ahnung vom epochalen Drama jener Zeit“ (FAZ). Das Anliegen der Autoren ist, „eine Art von Gegengeschichte zu erzählen, eine subversive Praxis des Geschichtenerzählens zu vollziehen.“ (Literaturkritik.de) Der in achtzehn Sprachen übersetzte Roman ist vom ‚Assoziation A‘ wieder aufgelegt worden.

Dokumentation der Premiere im Mai 2017 und mehr Informationen: www.rosalux.de/Q

Eine Verantaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Niedersachsen in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Club Göttingen, Theaterkeller, Kino Lumiere, redical m, ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen.

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