23. November 2017 Diskussion/Vortrag Der NSU-Komplex

Geht der NSU-Prozess ohne Aufklärung zu Ende?

Information

Veranstaltungsort

Kulturzentrum PFL
Peterstraße
26121 Oldenburg

Zeit

23.11.2017, 19:30 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe

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Zu Gast: Wolf Wetzel

13 Jahre blieb der Nationalsozialistische Untergrund unentdeckt. Zehn Morde wurden begangen, zehn Mal
verschoben die Behörden verschiedener Bundesländer die Mordhintergründe ins ›ausländische Milieu‹.
Zehn Mal will man keine ›heiße Spur‹ gehabt haben. Nachdem die Existenz des NSU nicht mehr zu leugnen war, reihte sich eine Panne an die andere. Dass in allen Behörden Beweise verschwinden, Akten verheimlicht, Falschaussagen gemacht, ganze Aktenberge geschreddert werden, beweist, dass weder ›Behördenwirrwarr‹ noch ›Kommunikationschaos‹ herrsch(t)en, sondern der gemeinsame Wille, unter allen Umständen
zu verhindern, dass etwas ans Licht kommt, was der Beschränkung auf das isolierte Tätertrio widersprechen
würde. Ab wie vielen Pannen muss man von einem System sprechen? Wenn über zwei Dutzend VMänner hervorragende Kontakte zur neonazistischen Organisation ›Thüringer Heimatschutz‹ und zu den späteren Mitgliedern des NSU hatten, waren staatliche
Stellen nicht etwa auf dem ›rechten Auge blind‹, sondern ließen sehenden Auges zu, dass über sieben
Jahre hinweg zehn Morde begangen werden konnten.

Wolf Wetzel, Autor, Publizist und Journalist. Im Vorstand
von Business Crime Control. Veröffentlichung: "Rechtsstaat im Untergrund – Big Brother, der NSUKomplex und die notwendige Illoyalität"

Ein Projekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung Nds und Filmriß e.V.. Mit freundlicher Unterstützung der Koordinationsstelle gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit Oldenburg 

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