29. November 2019 Tagung/Konferenz 13. Braunschweiger Gramsci-Tage

Sozialistisch-ökologische Konversion oder grünes Umdekorieren des Kapitalismus? Wohin treibt die kapitalistische Produktionsweise?

Information

Veranstaltungsort

Neues Gewerkschaftshaus
Wilhelmstraße 5
38100 Braunschweig

Zeit

29.11.2019, 00:00 - 30.11.2019, 00:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Parteien- / Bewegungsgeschichte, Arbeit / Gewerkschaften, Soziale Bewegungen / Organisierung, Gesellschaftstheorie, Kapitalismusanalyse, Bildungspolitik

Zugeordnete Dateien

»Umwälzungen finden in Sackgassen statt« ließ Bertolt Brecht in seinem Buch der Wendungen Meti lehren. Die anhaltende ökonomisch-ökologische »Zangenkrise« (Klaus Dörre) hat die Sackgasse bestätigt, in die sich das Kapital durch seinen Durst auf Wachstum und Profit manövriert hat: es erhält sich am Leben, indem es »die Springquellen allen Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter« (Marx). Tatsächliche Krisenbewältigung erzwingt dagegegen eine Konversion der »Produktions- und Lebensweise« (Gramsci). Forderungen nach einer »sozial-ökologischen Transformation« der kapitalistischen Produktionsweise erschallen inzwischen auch aus der »Mitte der Gesellschaft«. Im Unterschied zu diesem was ist bislang jedoch unklar geblieben, wer jenseits von voluntaristischer Phrase diese Umwälzung durchsetzen kann. Ungeklärt ist auch, ob sich die »Zangekrise« überhaupt innerhalb der Produktionsweise und der ihr immanenten Wachstumsdikate lösen kann.

Demokratische Konversionsbewegungen konnten sich in den 190/80er Jahren im Zusammenspiel von betrieblichen Kämpfen um das Verhältnis von notwendiger und Mehrarbeit, gesellschaftlichen Bewegungen für nützliche Produkte (Marx: »Gebrauchswerte«) und gewerkschaftlichen bzw. staatlichen Unterstützungen für »qualitatives Wachstum« entfalten. Welche Rolle spielen heute Belegschaften und damit das »unmittelbare Produzentenwissen« in Transformationsstrategien? In welchem Verhältnis stehen heute betriebliche und gewerkschaftliche Abwehrkämpfe, Bewegungen für »Klimagerechtigkeit« und politische Initiativen für eine klima- oder verkehrspolitische Wende, die sich zu einer »Mosaik-Linken« (Hans-Jürgen Urban) - dem neuen »historischen Block« der Alternativen - fügen sollen?

Diesen Fragen gehen die 13. Braunschweiger Gramsci-Tage nach. Einem optimistischen Getöse auf durch E-Mobilität, Digitalisierung oder laut- und zahlreichem Straßenprotest bereits waltender Lösungen auf ein grünes »Umdekorieren« des Kapitalismus setzen die Braunschweiger Gamsci-Tage eine nüchterne Analyse vorherrschender Verhältnisse entgegen, um in den prozessierenden Veränderungen vielleicht Prozesse zu erkennen, die historische Alternativen limitieren und solche, die wirkungsmächtiges Handeln ermöglichen.

Die Braunschweiger Gramsci-Tage bieten Vorträge, Diskussionen, Workshops und Kultur, unter anderem mit Dr. Bernd Röttger (Redaktion historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus), Dr. Thomas Sabloswki (Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Sabine Leidig (MdB DIE LINKE), Uwe Fritsch (Betriebsratvorsitzender VW Braunschweig), Orhan Sat (Ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen) und dem KünstlerInnenkollektiv M.PÖRT.

Eine Veranstaltung der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., dem DGB Region Süd-Ost-Niedersachsen und dem GEW Bezirksverband Braunschweig.

 

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen

Telefon: (0511) 2790934