Dokumentation Platz der Träume – Rüyalar Meydani

Aufbruch am Taksim: Wofür wir kämpfen. Infotour mit Aktivistinnen und Aktivisten aus Istanbul.

Information

Veranstaltungsort

UJZ Korn
Kornstr. 28-30
30167 Hannover

Zeit

18.08.2013

Mit

Gökhan Biçici, Begüm Özden Fırat, Fırat Genç; Moderation Gülten Kelloglu und Michael Backmund

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Europa / EU

Am Sonntag dem 18.08.2013 startete die «Platz der Träume»-Tour in Hannover mit einem fulminanten Auftakt. Ungefähr 150 Besucher*innen sorgten dafür, dass der Veranstaltungsort fast aus allen Nähten platzte, was für einen Sonntagabend keineswegs selbstverständlich ist. Das zahlreich erschienene Publikum war dabei so vielschichtig, wie die diskutierte politische und gesellschaftliche Gemengelage in der Türkei. Neben persönlichen Erfahrungen brachten die Aktivist*innen beeindruckendes aber auch bedrückendes Bild- und Videomaterial von den Protesten in und um den Taksim-Platz mit. Ungefähr drei Stunden informierten und debattierten die türkischen Aktivist*innen. Die anschließende Diskussion mit dem Publikum verdeutlichte nochmals die Komplexität der derzeitigen Situation in der Türkei. So wurde auch nach offiziellem Ende der Veranstaltung im angrenzenden Café bis in die Nacht intensiv mit den Referent*innen weiter diskutiert.

Die Gäste:

Gökhan Biçici ist Programmredakteur beim Nachrichtenkanal İMC TV, Redaktionsmitglied des Onlineportals EmekDunyasi und diesjähriger «Pressefreiheit»-Preisträger des türkischen Journalist*innenverbandes.

Begüm Özden Fırat ist Autorin und Dozentin für Soziologie an der Mimar Sinan Hochschule für bildende Kunst in Istanbul und politisch aktiv in Migrationsnetzwerken und Anti-Gentrifizierungsinitiativen.

Fırat Genç ist Autor und Doktorand an der Bogazici Universität in Istanbul und politisch aktiv in Migrationsnetzwerken und Anti-Gentrifizierungsinitiativen.

Begüm und Fırat sind organisiert im Netzwerk Müştereklerimiz («Unsere Commons»).


Es begann mit dem Protest gegen den Bau eines Einkaufszentrums, wurde zum Ereignis und veränderte das politische System der Türkei. Eine scheinbar unbedeutende Besetzungsaktion brachte binnen weniger Tage Hunderttausende auf die Straßen, erst in Istanbul, dann selbst in der tiefsten Provinz. Brutale Überfälle der Staatsgewalt und die bösartige Verleumdung durch den Ministerpräsidenten Tayip Erdogan riefen noch mehr Menschen auf die Plätze. Die mutige und phantasievolle Bewegung dauert an, lässt sich nicht einschüchtern, nicht beirren.

Fünf Aktivist*innen der ersten Besetzungsaktionen sprechen über die Perfidien eines Systems, das sie schon ins Wanken gebracht haben: Die Enteignung des öffentlichen Raums, die Vertreibung der «gefährlichen Armen» aus der Innenstadt, die Gentrifizierung, die besondere Mischung aus kapitalistischer Modernisierung und autoritärer Islamisierung. Unsere Gäste sprechen aus dem vielstimmigen Protest, seinen neuen Formen der Begegnung und Partizipation, aus der Erfahrung einer Demokratie ohne Polizei. Sie erzählen, wofür sie kämpfen.

Flyer zum Download (Deutsch)
Flyer zum Download (Türkisch)

Eine Veranstaltungsreihe von attac, Rosa-Luxemburg-Stiftung und Interventionistische Linke (iL)


Für darüber hinaus Interessierte:

"Überall ist Taksim, überall ist Widerstand" - Solidaritätscamp auf dem Steintorplatz - Eindrücke zum Anhören, erstellt von Radio Flora

Vom 6. Juni 2013 an stand ein Zelt auf dem hannoverschen Steintorplatz, in dem Aktivist*innen über die Ereignisse in der Türkei informierten und ihre Solidarität mit der Protestbewegung zeigten. Gespräch mit Teilnehmer*innen der Aktionen und Eindrücke von der Demonstration und Kundgebung am Samstag, den 8. Juni 2013. Die Aufnahmen machte Mechthild Dortmund.

Mediathek

«Dies ist nur der Anfang, wir kämpfen weiter!»

Aufbruch am Taksim: Wofür wir kämpfen

Aufbruch am Taksim: Wofür wir kämpfen