Sanfte Kontrolle? Neue Kontrollrationalitäten in der sozialen Arbeit

Neue Kontrollrationalitäten in der sozialen Arbeit. Weicht die wohlfahrtsstaatliche Orientierung der Sozialarbeit Strafe und Verantwortlichkeitszuschreibungen?

Traditionellerweise verbindet die Sozialarbeit wohlfahrtsstaatliche Orientierungen mit Strafdrohungen und strafenden Attitüden, die auf Kriminalitätskontrolle zielen. In neueren Diskussionen wird nun behauptet, dass sich diese Verbindung auflöst. Die wohlfahrtsstaatliche Orientierung werde mehr und mehr durch strafenden Umgang mit den Klienten und durch Verantwortlichkeitszuschreibungen ersetzt, deren individualisierende Wirkungen die soziale Eingebundenheit der Klienten übersehen lassen. In seinem Vortrag geht Holger Zieglerder mit dieser Diskussion gestellten Frage nach. Er nimmt an, dass die Entwicklung der Sozialarbeit von post-sozialstaatlichen, neoliberalen Tendenzen erfasst ist. Sie werde mehr und mehr auf Kriminalitätskontrolle reduziert. Die Sozialarbeit verlöre damit ihr Janusgesicht.