Ursachen und Folgen der Finanzkrise -- Reicht das Konjunkturpaket aus?

Wodurch und durch wen wurde die Finanzkrise verursacht, welchen Verlauf könnte sie nehmen und wohin steuern die Konjunkturpakete? Wem nützen und wem schaden sie? Warum zocken die Landesbanken auf den privaten Kapitalmärkten, während eine Privatbank, die Hypo Real Estate, Kredite der öffentlichen Hand abwickelt? Regierung und Wirtschaft nutzen die Krise, um Forderungen wie Klimaschutz oder Umverteilung zurückzuweisen. Wie müsste eine linke Antwort auf die Situation aussehen, die nicht der Stabilisierung des jetzigen Systems, sondern zu dessen Überwindung dient?

<meta http-equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8" /> <title></title> <meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 3.0 (Linux)" /> Spätestens mit der geringeren Absicherung bei Arbeitslosigkeit durch die Hartzschen „Reformen“ sitzt den Arbeitnehmern die Angst um ihre Existenzsicherung im Nacken. Obwohl auch in „guten“ Zeiten kräftig entlassen wird – die Finanz- und Wirtschaftskrise lässt groß und klein um Arbeitsplätze und Erspartes bangen. Aber: Sitzen wir wirklich im gleichen Boot, oder fahren einige mit ihren Yachten davon, während die Mehrheit auf Holzplanken zurückgelassen wird?
Wodurch und durch wen wurde die Finanzkrise verursacht, welchen Verlauf könnte sie nehmen und wohin steuern die Konjunkturpakete? Wem nützen und wem schaden sie?
Warum zocken die Landesbanken auf den privaten Kapitalmärkten, während eine Privatbank, die Hypo Real Estate, Kredite der öffentlichen Hand abwickelt?
Alle scheinen sich einig zu sein: Die Hypo Real Estate darf nicht in Konkurs gehen. Wieso ist diese Bank, von der viele bis vor kurzem nicht einmal den Namen kannten, so wichtig? Und für wen? Was würde passieren, wenn sie den Gesetzen des freien Marktes überlassen würde? Und die Milliarden nicht in die Rettung einer privaten Bank fließen würde, sondern in die Abfindung der Kleinsparer, die Unterstützung der Entlassenen und der vom Konkurs betroffenen Gebietskörperschaften?
Schon vor dieser Finanz- und Wirtschaftskrise gab es wenig Anlass für ein simples „Weiter so!“ Hartz IV-Empfänger kommen kaum über die Runden und werden aus der gesellschaftlichen Teilhabe herausgedrängt. Die „Leistungsträger“ müssen unter zunehmend stressigeren Bedingungen funktionieren und werden schon weit vor der Rente verschlissen. International setzen die kapitalistischen Zentren auf Gewalt und militärische Dominanz, um die Regeln zu bestimmen und Einflusssphären auszuweiten. Das heißt Krieg, Zerstörung, Hunger und Raubbau. Das Klima wird verändert, Lebensgrundlagen auf Dauer zerstört.
Regierung und Wirtschaft nutzen die Krise, um Forderungen wie Klimaschutz oder Umverteilung zurückzuweisen.
Wie müsste eine linke Antwort auf die Situation aussehen, die nicht der Stabilisierung des jetzigen Systems, sondern zu dessen Überwindung dient? Prof. Dr. Herbert Schuiwar bis zu seiner Pensionierung 2005 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) in Hamburg. Er war Mitbegründer der Arbeitsgruppe „Alternative Wirtschaftspolitik“ (1975) und der „Initiative für Arbeit und soziale Gerechtigkeit (2004). Seit 2005 ist er Bundestagsabgeordneter der Linken, über die Landesliste Niedersachsen gewählt.